(Re-)Writing Scripts #1

Kuratiert von Kino Palestine, Prag
Filmvorführung, Präsentation und offene Diskussion
20. März 2026, 18 Uhr

Das Programm präsentiert Werke junger palästinensischer Filmemacher*innen, die der Realität der Besatzung mit spekulativen Bildwelten begegnen und damit aufzeigen, wie Identitäten nachhaltig untergraben oder gar auslöscht werden. Die verfremdeten Landschaften, bruchstückhafte Sprache und teils merkwürdigen Alltagsszenarien der Filme zeichnen die gegenwärtigen Verhältnisse in der Region als unheimliche und dystopisch anmutende Visionen; sie erfinden keine andere Welt, sondern treiben die Logiken der bestehenden auf die Spitze. Zugleich kommen künstlerische Gesten zum Tragen, die sich in Rückgriffen auf rituelle Elemente und Tradition der Bewahrung kultureller Identität verschreiben und deren fortschreitendem Verschwinden entgegenwirken. Zwischen verschiedenen Zeitebenen fluktuierend, nutzen die ausgewählten Filmarbeiten Spekulation und Fiktion als Werkzeuge, um sowohl aktuelle Entwicklungen sichtbar zu machen als auch das kulturelle Gedächtnis resolut vor seiner Auslöschung zu schützen.

Anschließend an die Filmvorführung folgt eine 30-minütige Präsentation, die die angesprochenen Themen zusammenführt, sowie eine offene Diskussionsrunde.

Kino Palestine ist ein in Prag ansässiges Kollektiv, das seit Dezember 2023 Vorführungen palästinensischer Filme sowie Gesprächsrunden mit und Ausstellungen von palästinensischen Filmemacher*innen organisiert. Zudem betreibt die Initiative Forschung zum palästinensischen und arabischen Kino. Mit seinen Veranstaltungen möchte Kino Palestine palästinensischen Stimmen und Narrativen Gehör verschaffen, die Solidarität mit Palästinenser*innen und palästinensischen Künstler*innen innerhalb der internationalen Kunst- und Kulturszene verstärken und zur Reflexion darüber anregen, wie Geschichtsschreibung durch Bilder geprägt wird oder auch ins Wanken gerät.

Instagram: @kinopalestine

 

Kino Palestine, Prag